Taormina

Taormina ist eines der bekanntesten Reiseziele für Nordostsizilien. Empfehlenswert ist die Anreise per Zug. Der anlässlich des Besuchs der österreichischen Kaiserin Elisabeth 1866 erbaute Bahnhof ist im Jugendstil errichtet. Vom Bahnhof überquert man die Küstenstraße und folgt einer schräg abzweigenden Straße. Von dort gibt es eine Treppe, die wegen eines Abrutsches gesperrt ist, aber trotzdem nutzbar ist. Alternativ kann man auf einen Bus warten oder die Seilbahn benutzen.

Parco Duca di Cesarò

Hat man die 200 Meter Treppe geschafft, gelangt man gleich in den öffentlichen Park Parco Duca di Cesarò. Der Park ist ungefähr 280 Meter lang, 28 Meter breit und gliedert sich in 3 Teile. Der zentrale Bereich befindet sich am Haupteingang und besteht aus eienr symmetrischen Baumanlage. Hier befinden sich das Denkmal der Gefallen des 1. Weltkrieges, eine Kanone aus dem Jahr 1915, ein italienischer Torpedo. Charakteristisch sind die Bienenstockhäuser von Florence Trevelyan, die 1884 nach Taormina kam.

Die Südseite besteht aus einem großem, keilförmigen Beet. Die Baumallee aus Olivenbäumen denkt an die Gefallenen der Weltkriege. Von hier hat man einen guten Blick auf die Bucht von Taormina sowie den schmalen Küstenstreifen mit dem Bahnhof.

Die Bienenstockhäuser wurden ebenfalls von Florence Trevelyan konzipiert. Errichtet wurden diese aus ganz unterschiedlichen Materialien, wie Rohren, Ziegeln, Holz und Stoff. Florence Trevelyan stammt aus einer schottischen Familiendynastie und lebte hier mit ihren Tieren. Noch heute gibt es Vogelvolieren mit unterschiedlichen Papageien im Park.

Die Nordseite der Anlage teilt sich in zwei Ebenen, welche durch einen zentralen Platz getrennt sind. Die Bereiche sind durch Treppen verbunden. Die Pflasterung des zentralen Platzes ist unterschiedlich, je nach Verwendungszweck. Auffallend ist die runde Fläche La Rotonda, die für Tanzveranstaltungen gedacht war. Weitere Bereiche sind als Spiel- oder Aufenthaltort gekennzeichnet. Ein Pinienhain, ein Duftblumenbeet und zwei Pavillions dominieren diesen Teil.

Der Park ist öffentlich zugänglich, es wird kein Eintritt erhoben.

Teatro Greco

Das Amphitheater liegt auf einem Hügel und erlaubt einen guten Blick auf die Stadt. Abgesehen vom Theater in Syrakus ist dies das größte in Nordafrika und der italienischen Halbinsel. Das Halbrund der Tribüne (Cavea) hat einen Durchmesser von 109 Meter. Im 3. Jahrhundert vor Christus errichteten Griechen an dieser Stellen ein Theater. Aus dieser Phase sind eine Mauer aus isodomischen Quadern im Bühnenbereich und die Steinsitze mit Inschriften erhalten. Die Römer unter Hadrian erweiterten in der ersten Hälfte des zweiten Jahrhundert das Theater. Die Ziegelmauer auf der Rückseite der Bühne bewahrt zwei Seitentüren, die Haupttür ist verfallen. Die heutige Bühne ist das Resultat einer Restaurierung im 19. Jahrhundert. Hinweise auf Augustus in Form von Büsten und einem Porträt lassen vermuten, dass das Theater erneut umgebaut worden ist. Im 3. Jahrhundert wurde das Theater zu einer Arena umgestaltet. Die Erweiterung der tiefliegenden Räume und der Galerie sind dieser Zeit zuzuordnen.

Teatre Greco mit Monte Tauro im Hintergrund
Teatre Greco mit Monte Tauro im Hintergrund

Das Theater hat schon immer Besucher, Reisende und Künstler angezogen. Es diente auch als Kulisse in vielen Filmen. Filmstars haben hier ihre goldenen Statuen abgeholt.

Ein kleines Museum stellt einige der Funde von dem Gelände aus. Die meisten Stücke finden sich jedoch in den  Museen von Messina, Syrakus und Neapel.

Der Eintritt beträgt 10 € pro Person.

Öffnungszeiten Teatro Greco

1. Mai - 30. September 1. Oktober - 30. April
Mo-So Mo-So
09:00-16:00 Uhr 09:00-19:00 Uhr

Duomo San Nicolo

Der Dom wurde auf den Überresten einer mittelalterlichen Kirche im 15. Jahrhundert errichtet. Der Bau besteht aus einem Haupt- und zwei Seitenschiffen, in denen sich jeweils drei kleine Altäre befinden. Das Gebäude wurde mehrfach umgebaut und restauriert.

Die Hauptfssade ist von einer Zinnenkrone abgeschlossen und beherbergt den Haupteingang. Das Hauptportal wird von zwei geriffelten Säulen im korinthischen Stil begrenzt, welche auf hohen Sockeln ruhen. Der Eingang ist von einem Sturz mit gebrochenem Tympanon gekrönt. Darüber findet sich die imposente Rosette, die von der Renaissance inspiriert, 1638 hinzugefügt wurde.

An der Gegenfassade finden sich die Mausoleen von Antonio San Martino de Spuches (Prinz von Pardo und Herzog von Santo Stefano) und von Leonardo Sgroi Camiola Paternò Castello Faraone sowie ein marmornes Weihwasserbecken aus dem 18. Jahrhundert.

Chiesa di San Giuseppe

Die Kirche Chiesa di San Giuseppe wurde im 17. und 18. Jahrhundert errichtet. Die Fassade besteht aus weiße, grauen und rosafarbenen Steinen. Den Haupteingang begrenzen Säulen mit korinthischen Kapitellen. Das Portal wird von einem Tympanon überragt. Über der Tür befindet sich ein Relief, welches einen Totenkopf zeigt. Dominiert wird dies von einem gewölbtem Tympanon, welches eine Figur mit einem großen Kreuz darstellt.

Die Bogenpfeiler der Seitenpfosten sind mit Friesen verziert. Beide Seiteneingänge sind von Fenstern überragt.

Chiesa di Santa Caterina d'Alessandria

Die Kirche Chiesa di Santa Caterina d'Alessandria wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts im Barockstil errichtet. An gleicher Stelle befand sich ein kleines römisches Theater, das Odeon, sowie in primitiver griechischer Tempel, welcher der Aphrodite gewidmet war. Innerhalb der Kirche sind einige Mauern des alten Tempels zu sehen. 1977 wurde das Gebäude restauriert und ist seitdem wieder der Öffentlichkeit zugänglich.

Der Hochaltar ist ein monumentaler Marmortisch im Barockstil und der heiligen Katharina von Alexandrien geweiht. An jeder Seite wird der Altar von zwei Säulen umrahmt, auf denen ein durchbrochenes Tympanon thront. Auf den Gipfeln stehen zwei Putten. Das Tympanon ist mit einem Wappen verziert.

Palazzo Corvaja

Der Palazzo Corvaja ist ein mittelalterlicher Palast aus dem 10. Jahrhundert. Sein Ursprung ist ein arabischer, quadratischer Turm, welcher auf römischen Fundamenten errichtet wurde. Im 14. und 15. Jahrhundert wurde der Turm um verschiedene Seitenflügel und Anbauten ergänzt. Die Wände des Innenhofs sind mit Reliefs geschmückt, welche die Schöpfungsgeschichte darstellen. Seit 1945 befindet sich das Gebäude in staatlichem Besitz, wurde restauriert und renoviert und wird heute als Ausstellungszentrum genutzt.

Im Palazzo befindet sich die Touristeninformation (im Sommer bis 22.00 Uhr geöffnet) und ein kleines, aber sehenswertes, Volkskundemuseum.

Bodenmosaik aus dem 2. Jahrhundert

In einer der Seitengässchen wurde bei Renovierungsarbeiten ein altes Mosaik freigelegt. Das Schwarz-Weiß-Mosaik ist aus verschiedenen Motiven aufgebaut. Kreise formen Blumenmuster. Die Fläche unterteilt sich in drei Bereiche, deren Kreisinhalte sich unterscheiden. Begrenzt wird die Fläche von einem Rahmen aus Linien. Durch die Verwitterung ist leider einiges kaum mehr erkennbar, eine Hinweistafel zeigt das Mosaik, wie es ausgesehen hat.

Geschäfte

Die kleinen Gassen sind gesäumt mit Geschäften und Läden. Für ein kleines Dessert ist die Pistacceria Minotauro zu empfehlen. Sie befindet sich direkt am Platz Piazza Vittorio Emanuele II, unweit des Palazzos Corvaja.