Bastìa

Bastìa ist das wirtschaftliche Zentrum Korsikas und einer der wichtigen Fährhäfen. Sie ist die zweitgrößte Stadt Korsikas mit mehr als 40.000 Einwohnern. Der alte Hafen und die Altstadt mit den engen Gassen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft, alles ist fußläufig zu erreichen. Parkplätze sind wenige vorhanden. Man kann am Bahnhof oder in der Tiefgarage bei der Zitadelle parken. Wenn man Glück hat, findet man irgendwo ein Plätzchen.

Catedrale Santa Maria Assunta

Die Kathedrale Santa Maria Assunta wurde von 1604 bis 1619 neben der kleinen Kirche Santa Maria della Consolazione errichtet. Der Innenraum ist 44,70 Meter lang, 23,35 Meter breit und 17,10 Meter hoch. Der Kirchturm wurde 1620 erbaut und ist ungefähr 38 Meter hoch.

Die Kathedrale ist reich verziert und stellt einige bedeutende Kunstwerke aus, darunter befindet sich ein hölzernes Altarteil, gefertigt 1512 von Leonoro dell'Aquila. Der große Marmoraltar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Orgel wurde von den Serassi Brüdern 1844 eingebaut. Weiterhin kann eine Silberstatue von Gaetano Macchi aus dem Jahr 1852 betrachtet werden.

Sieben alte Bischofsmützen hängen interessanterweise von den Eisenstangen über dem Chorgestühl. Sie erinnern daran, dass sieben Bischöfe in Bastia gestorben sind und ihre Körper in der Krypta beerdigt sind.

1937 wurde die Fassade von Raffalli-Thrull und Marzocci-Bosdure repariert. Die Fassade und der Glockenturm wurden 1998 restauriert. Die Kathedrale wurde 2000 in die Liste der historischen Denkmäler aufgenommen.

Cunventu Santa Chjara

Der Konvent Santa Chjara wurde 1600 gegründet und bot bis zu 60 Nonnen Platz. Der Konvent wurde den besten Familien der Insel gewidmet und diente der Erziehung der Mädchen. Über der Steintreppe ist ein Zitat von Dante eingraviert. "Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate", auf Deutsch etwa: Gib alle Hoffnung auf, wer eintritt. Wer als junges Mädchen Nonne wurde, hat das Gebäude nie wieder verlassen.

Einmal im Jahr wurde der Gouverneur der Insel im Konvent empfangen. Ein Essen ihm zu Ehren wurde von den Nonnen vorbereitet. Der Gouverneur und der Kaplan waren die einzigen Männer, die mit den Nonnen sprechen durften.

Während der Revolution wurde das Konvent säkularisiert und vom Militär genutzt. 1818 wurde das Gebäude zum Gefängnis umgebaut und die Gefangenen wurden nicht mehr in den Katakomben des Gouverneurspalastes verwahrt. In der Kapelle wurden dabei von den Dekorationen und Malereien entfernt, Fenster aufgebrochen und Wände eingerichtet. Das Gefängnis war bis 1993 in Benutzung.

Gouverneurspalast

Der ehemalige Gouverneurspalast ist heute ein Museum und stellt die Geschichte Bastìas dar. Das Gebäude gliedert sich in mehrere Teile. Die Katakomben enthalten das ehemalige Gefängnis und die Zisternen. Ein kleiner botanischer Garten befindet sich im oberen Teil. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Hafen und über die Stadt.

Gouverneurspalast, heute ein Museum
Gouverneurspalast, heute ein Museum

Das Museum hat in der Hauptsaison (1. Mai bis 30. September) von 10:00-18:30 Uhr, in der Nebensaison von 9:00-12:00 Uhr und 14:00-17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 €.

Porta Luigi XVI

Früher war dies der einzige Zugang zur Zitadelle. 1936 wurde eine Rampe mit Türmen vor der Kathedrale errichtet. Der monumentale Zugang wurde im neoklassizistischen Stil 1775 unter Loius dem XVI. erbaut. Claude Betrand und Antoine-Joseph Flach waren die Baubeauftragten des Königs. Über dem Tor wurde ein Relief mit Steinen aus Marseilles befestigt. Es zeigt die Arme des Königreich Frankreichs. Die Krone und Lilie wurden während der Revolution abgeschlagen.

Die früheren Befestigungen stammen von 1480. Die heutige Stadtmauer, welche die Oberstadt (Terranova) umgibt, wurde zwischen 1575 und 1626 errichtet. Die Bastion Saint-Jean-Baptiste ist 1575-1576 erbaut worden, die Bastionen Saint-Charles und Sainte-Marie 1596.

Links über dem Tor, über den kleinen Häusern, befand sich der Galgen, der für Hinrichtungen benutzt wurde. Die gesamte Befestigungsanlage wird seit 1935 in der Liste der historischen Denkmäler aufgeführt.

Jardin Romieu

Direkt neben der Zitadelle an derer Nordseite schließt sich ein langgestreckter, aber schmaler Park an. Hier finden sich vor allem Oleander und Pinien, Bänke laden zum Verweilen ein. Man hat einen guten Blick auf den alten Hafen.

Piazza Santu'Niculàiu

Der Platz Piazza Santu'Niculàiu befindet sich direkt am neuen Fährhafen. Viele Cafés und Geschäfte säumen den Rand. Im Zentrum befinden sich zwei Denkmale, eines erinnert an die Toten der Weltkriege, das andere ist Napeleon gewidmet, der auf der Insel geboren wurde.

Die Napoleonstatue ist ungefähr 8 Meter hoch und 4 Meter breit, gefertigt aus Carrara-Marmor. Das Denkmal ist der klassischen Antike nachempfunden und sollte ursprünglich den Platz Piazza Grande in Leghorn verzieren. Napoleons Schwester  Elisa Baciocchi, war zu der Zeit die Großherzogin der Toskana. Die Statue wurde vom Florentiner Bildhauer Lorenzo Bartolini 1814 erschaffen. Da das Imperium zerfallen war, stand die Statue fast 50 Jahre unbeachtet in der Werkstatt herum. Kurz vor seinem Tod schlug Bartolini vor, die Statue in Bastìa aufzustellen. Dort wurde sie am 15. Juni 1854 enthüllt.

Napoleon wird als Jupiter dargestellt, der König der Götter im Olymp. Seine Wahrzeichen sind der Adler und das große Zepter. Diese visuelle Darstellung wurde oft von römischen Kaisern genutzt.

Das Relief im Sockel stellt Großherzogin Elisa dar, gekrönt mit einem Diadem und antik gekleidet, stehend in einer Quadriga. Der Streitwagen fährt an öffentlichen Gebäuden mit Säulen und dreieckigen Giebeln entlang. Auf der rechten Seite ruht sich eine Figur auf einem Delphin sitzend aus, in der Hand hält er ein antikes Ruder. Es ist die allegorische Darstellung des Mittelmeeres.

Chiesa San Giovanni Battista

Die Kirche San Giovanni Battista ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Bastia. 1583 wurde das Gebäude direkt am Hafen errichtet. Die klassische Fassade sit leider durch benachbarte Gebäude größtenteils verdeckt. Die Innenausstattung ist barock und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Kanzel, Möbel und Gemälde stammen aus der Sammlung des Kardinals Fesch.

Chjesa di a Cunfaterna di San Roccu

Die Bruderschaft von San Roccu wurde 1588 gegründet. Sie war traditionell für Jugendliche der Unterstadt vorgehalten. Wenn die Jugendlichen erwachsen wurden, mussten sie in eine andere Bruderschaft wechseln.

Das originale Gebäude war zu klein. Es wurde 1604 komplett neu gebaut. Die Fassade wurde im neoklassizistischen Stil vom Architekten Jean-Louis Guasco aus Bastìa dekoriert. Vier Säulen im toskanischen Stil tragen ein Gebälk, welches mit einer dreieckigen Giebel gekrönt ist. Der große Eingang aus weißem Marmor wurde von Guiseppe Bertolucci gefertigt.

Die Inneneinrichtung ist im Stil barocker Oratorien in Ligurien gehalten. Die Wände sind mit roter Damastseide bedeckt und Verkleidung besteht aus poliertem Walnussholz. Der Altar mit den Säulen wurde von Domenico Saporito aus Marmor gehauen. Der Altartisch und die Stufen wurden 1798 geschaffen. Das Altarbild ist von 1626 und wurde von dem berühmten Florentiner Maler Giovanni Bilivert gemalt. Es zeigt einige Heilige zu Füßen der Madonna mit Kind. Im Kirchenschiff befinden sich zwei Prozessionstatuen in verglasten Nischen. Die Statuen aus buntem Holz wurden von Luigi Griscella geschnitzt. Die Statue von San Sebastian ist von 1801.

Chjesa di a Cunfaterna di l'Immaculata Cuncezziò

Die Bruderschaft wurde ebenfalls 1588 gegründet. Der Bau der Kapelle wurde 1609 beendet. Die Fassade ist also barocker Eingang dekoriert und stammt von 1704. 1858 und 1859 wurde die Fassade mit Marmorplatten aus Carrara überzogen.

Die Wände sind mit Seidendamask verhangen, die Halbpfeiler sind mit Genueser Samt verkleidet. Die Verwendung von Stoffen zur Wanddekoration in Bastìas Kirchen ist genuesische Tradition und wurde 1589 vom damaligen Gouverneur Filippo da Passano eingeführt.

Die Dekoration des Gewölbes geht bis ins 17. Jahrhundert zurück. 1855 wurden die Malereien von einer Gruppe um den Italiener Florentine Bernardo Francesci Sieni restauriert und vervollständigt.

Der Altar ist von 1624. Der Altartisch wurde 1763 hergestellt. Das Altarbild wurde 1869 von Léon Olivié nach einem Modell von Murillo gemalt. Der silberne Halbmond ist ein Kerzenhalter, der nur zu besonderen Zeremonien benutzt wurde. Er wiegt ungefähr 65 Kilogramm und wurde vom Goldschmied Gaetano Macchi 1856-1857 gefertigt. Die Seitenaltäre wurde 1764 errichtet. Der eine Altar enthält ein Bild, welches Christus zeigt, der das Kreuz trägt. Das Gemälde vom anderen Altar stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert und wurde von Ange Varese gemalt. Es zeigt die Heiligen Philip Neri und Franz von Assisi zu den Füßen vom heiligen Joseph.

Pasquale Paoli, Salvatore Viale und Cesar Vezzani

Geht man aufmerksam durch die Rue César Campinchi, fallen einem Denkmäler an Pasquale Paoli, Salvatore Viale und Cesar Vezzaniauf. Pasquale Paoli wird als Vater der korsischen Nation verehrt. Salvatore Viale war Dichter, Schriftsteller und Rechtsanwalt, der auf korsisch schrieb. Sein bekanntestes Werk ist Dionomachia von 1817. Cesar Vezzani war der bekannteste Tenor Bastìas. Seine Büste steht vor dem Stadttheater.